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Vom Wünschen und Wollen und vom Tun

Das Leben ist kein Wunschkonzert«, heißt es im Volksmund. Und der hat ja vielfach recht. Erstaunlicherweise aber hört man diesen Satz sowohl als resignierten Seufzer wie auch als fröhlich hingeworfenen Lacher. Vielleicht hat das einfach etwas mit der persönlichen Lebenseinstellung zu tun – ebenso, wie das sprichwörtliche Glas für den einen halb voll und für den anderen halb leer ist.



Ja, was wären wir ohne Wünsche, und was würden wir ohne sie erreichen? Vermutlich nicht viel. Dennoch: Nur zu wünschen hat noch keinen weitergebracht – um weiterzukommen, müssen sich Wünsche schon richtig auswachsen und zum Wollen werden. Diese Erfahrung ist vermutlich an Ihnen ebenso wenig vorbeigegangen wie an den Protagonisten dieser Ausgabe. Sie alle stünden heute nicht dort, wo sie sind, wenn sie ihre Wünsche und Träume nicht zum ernsthaften Ziel gemacht hätten.



Und selbst das reiche nicht, behauptet Johann Wolfgang von Goethe, wenn er sagt: »Wollen ist nicht genug; wir müssen es tun.« Hier werden mir sicher alle Köche dieser Ausgabe recht geben, denn ihr Beruf hat nicht nur viel mit Leidenschaft und Kreativität zu tun, sondern auch eine ganze Menge mit Handwerk und anstrengender körperlicher Arbeit, mit dem Tun eben.

Obwohl einig in diesem Punkt, könnten sie und damit ihre Küchen unterschiedlicher kaum sein. Überzeugen Sie sich selbst: Peter Hagen, Christian Winkler, Armin Siller, Stephan Mießner, David Goodridge, Peter Niemann – jeder von ihnen kocht großartig, jeder anders, jeder hat seine eigene Handschrift. Aber gemeinsam ergeben sie ein höchst interessantes Bild einer modernen und lustvoll kreativen Köche-Generation, die sich ihre Bodenhaftung nicht nehmen lassen will.

Das gilt ebenso für die Patissière Nathalie Trafoier, die zwar himmlisch leichte Naschereien kreiert, aber doch durch und durch geerdet ist. Sie musste fast ein wenig kämpfen, um das werden zu können, was sie wollte.

Anders der Baske Iñaki Bengoetxe. Er war der Einzige in der Familie, der die elterliche Kelterei samt den Apfelplantagen übernehmen wollte. Heute gilt er als einer der besten Sagardo-Erzeuger: So heißt der Apfelwein im Baskenland.

Einer, der‘s genau wissen wollte, ist Henning Stilke, ein begeisterter Hobbyangler und ein wahres Fischlexikon auf Beinen. In zahlreichen, tagelangen Versuchen hat er alle Arten von Tintenfischen zubereitet, um zu erfahren, welches die beste, sprich zarteste, Methode ist. Seinem gesamten Freundeskreis hat das sehr gefallen – für weitere Testreihen stehen sie gerne zur Verfügung, hört man.

In seinem Bericht finden Sie die Ergebnisse. Und mit seinem Einsatz in der Küche hat er ein russisches Sprichwort bestätigt, das da lautet: »Ich will ist schon die Hälfte von ich kann.«
Ihre


Mechthild Piepenbrock-Fischer