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Von den schönen Dingen und der Zeit

Erstaunlicherweise reden Menschen gerne und viel über das, was sie sich vom Leben wünschen, aber weniger darüber, was dieses ihnen bereits geboten hat. Das Angenehme wird rasch zur Selbstverständlichkeit und erst dann wieder zu etwas Besonderem, wenn es plötzlich fehlt. Und dabei hat jeder einen anderen Blickwinkel, der sicher nicht zufällig in vielen Fällen mit Zeit zu tun hat:
Für Heinz Reitbauer vom Steirereck in Wien bedeutet es Luxus, Zeit für etwas zu haben und jemandem Zeit und Aufmerksamkeit schenken zu können – diese geschenkt zu bekommen, eine Kostbarkeit.
Um Zeit im wahrhaft historischen Zusammenhang geht es im Widder in Zürich: Neun mittelalterliche Häuser wurden zu einem eleganten First-Class-Hotel umgestaltet, in dem man trotz fröhlich modernem Ambiente auf Schritt und Tritt die 700-jährige Geschichte spürt. Für apéro-Leser gibt‘s im Oktober dort ein tolles Programm…
Auch Dominik Flammer richtet bei der Suche nach den guten Dingen seinen Blick gern mal in die Vergangenheit. Heute berichtet er über die Wiederentdeckung der Urkäse.
Ganz anders Hendrik Otto, Küchenchef im Berliner Adlon. Er schaut nach vorn! Immer offen und bereit für alles Neue, bietet er seinen Gästen großes Kino für Augen, Nase und Gaumen.
Apropos Kino: Die österreichischen Köche Helmut und Philip Rachinger, Maximilian Aichinger und Niki Platteder experimentierten mit Pimientos de Padrón. »Spannend wie ein Krimi«, fanden sie, »man man weiß ja nie, welche Schote höllisch brennt.«
Dann muss ich Sie unbedingt noch auf zwei beeindruckende Frauen hinweisen, die unabhängig voneinander entschieden, es sei Zeit für etwas Neues: Benedicta von Branca studierte Malerei und war erfolgreiche Malerin, bevor etwas anderes sie total faszinierte: Heute züchtet sie 205 Tomatensorten – und nur solche mit vollem Aroma!
 Die Filmproduzentin Sonja Moor hatte irgendwann genug vom hektischen Filmbusiness, zog nach Brandenburg und kümmert sich statt um Stars und Sternchen inzwischen lieber um ihre 160 asiatischen Wasserbüffel und Galloway-Rinder.
Henning Stilke hat ein völlig anderes »Zeitfens-ter« beobachtet: Er berichtet, wie im Hamburger Hafen jährlich 1,3 Millionen Tonnen Bananen nach einem fast minutiösen Plan bis zum perfekten Gelbton gereift werden – wissenswert!
Natürlich servieren wir Ihnen in dieser Ausgabe noch weitere »schöne Dinge«, für die auf dieser Seite wieder mal kein Platz ist. Und wie eigentlich kaum anders zu erwarten, sind die schönsten Dinge im Leben nur selten wirklich Dinge, sondern viel häufiger besondere Erlebnisse und Genüsse, positive Gedanken und angenehme Bilder im Kopf, das Beisammensein mit lieben Menschen – und nicht zuletzt auch kleine Freiheiten, die jeder Einzelne von Zeit zu Zeit braucht. Pflegen wir sie!

Ihre

Mechthild Piepenbrock-Fischer