„Niemand sucht gerne – aber jeder schätzt das Glücksgefühl, wenn er etwas Besonderes gefunden hat. Das gilt auch für uns.“

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Umgedacht
»Umdenken« scheint ein Lieblingswort unserer Zeit zu sein und wird besonders gern von Politikern in den Mund genommen. Sie fordern es bei der Atom- und Energiewirtschaft, der Staatsverschuldung, der Krankenkassenfinanzierung, den Renten,  ja – bei was nicht? Erstaunlicherweise eher selten bei der Frage nach unserer Lebensmittelqualität. Ein Erfolg der Lobbyisten der Nahrungsmittelindustrie?
Zum Glück für uns haben verantwortliche Köche bereits früher mit dem Nach- und Umdenken begonnen und nach Wegen gesucht, wirklich hochwertige Produkte für ihre Küchen zu finden. Dabei waren und sind sie so erfolgreich, dass ihre Suche inzwischen landauf, landab Schule macht. Ihnen ist es wichtig, zu wissen, woher ihre Lebensmittel kommen, wie sie gewachsen und erzeugt wurden und natürlich, welche Menschen und Philosophien dahinterstehen. Und sie machen sich ernsthafte Gedanken über die Nachhaltigkeit. Inzwischen gehen viele von ihnen mehr und mehr dazu über, ihre Zutaten bei Erzeugern aus der eigenen Region zu beziehen. Beste Beispiele dafür stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe vor.
Der Franke Christian Mittermeier, der Vorarlberger Thomas Scheucher sowie Michael Sander und Daniel Moosmann im hessischen Heusenstamm kochten jeweils ein Menü aus den Produkten ihrer Nachbarschaft. Das können auch Sie in Ihrer Region!
Regionale Küche ist immer auch eine saisonale. Und gerade jetzt ist die beste Zeit für Zicklein, Lamm und Spanferkel. Wir fragten vier Köche nach ihren Lieblingsrezepten, den Bayern Alexander Schütz, den Sizilianer Mimmo Pace und den Rheinländer Henri Bach, gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteiner Patrick Speck. Sehr unterschiedliche Gerichte, aber eines köstlicher als das andere.
Saison – wenn auch wegen des geringen Angebots nur eine kurze – hat jetzt auch die teuerste Kartoffel des Welt, »La Bonnotte« von der französischen Atlantikinsel Île de Noirmoutier. Wenn Sie welche bekommen, sollten Sie sie unbedingt probieren; sie sind tatsächlich einzigartig.
Die Schweizer »Jeunes Restaurateurs« Heribert Dietrich, Silvia Manser und Domenico Miggiano präsentieren Ihnen ihre Interpretationen des Kräuterseitlings, der jetzt aus der freien Natur kommt.
Ebenfalls in der Schweiz lebt seit fast 50 Jahren der gebürtige Hamburger Horst Petermann, den man mit Fug und Recht einen wirklich großen Koch und eine Küchenlegende nennen kann. Mit viel Humor erzählt er seine Lebensgeschichte.
In Südtirol besuchten wir Albert Amort, der eine fast vergessene Spezialität wiederbelebt hat: Aus Lupinensamen röstet er Kaffee.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie zum Lesen dieser wie der anderen Themen in apéro ein ruhiges und vor allem anhaltend frühsommerlich-sonniges Plätzchen finden.

Mechthild Piepenbrock-Fischer
Chefredakteurin