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Bewegung und Begeisterung

»Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.« Dieser häufig zitierte Satz des britischen Evolutionstheoretikers Charles Darwin könnte ein Lebensmotto für die Hauptpersonen dieser Ausgabe sein. Denn sie alle wählten wie Bill Clinton, der 42. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, bei der Entscheidung, »… ob wir den Wandel zu unserem Freund statt zu unserem Feind machen können«, den Freund.
Zum Beispiel Jörg Trafoier und Martin Fauster. Beide sind erfolgreiche Sterneköche, die mit großer Kreativität traditionelle Zutaten und Techniken mit neuen verbinden. Und selbst der 24-jährige Philipp Stein, derzeit jüngster Sternekoch Deutschlands, baut seine Gerichte mit viel Fantasie auf der klassischen Küche auf.
Eine nicht so »freundliche« Entwicklung beobachtet Dominik Flammer bei den Alpenfischen, denn viele von ihnen sind bereits ausgestorben und mit ihnen auch von Generation zu Generation überlieferte Zubereitungen. Umso erfreulicher ist es, dass sich ein paar Fischer und Gastronomen rückbesinnen und die eine oder andere Spezialität heute wieder zu finden ist.
Als eine Wiederentdeckung kann man auch den Münsterländer Lagerkorn bezeichnen. Wir besuchten Rüdiger Sasse und die Geschwister Theres und Georg Glitz-Ehringhausen in ihren Brennereien, wo sie schlichten westfälischen Korn in ausgewählten Holzfässern zu Besonderheiten reifen lassen.
Mit einem Korn ganz anderer Art beschäftigt sich die Familie Kleider im Oberen Taubertal: Tochter Melanie »importierte« nach einem Praktikum in Neuseeland ein paar Kilo Rotkornweizen in ihre Heimat, der Vater vermehrte sie und baut nun dieses gesunde Getreide wirtschaftlich an.
Von einem anderen Kontinent, genauer aus Südamerika, kommt die Pacay, auch Ice cream bean genannt. Manuel Reheis experimentierte erfolgreich mit dieser speziellen »Stangenbohne« und kreierte fabelhafte Gerichte.
Eine ganze Menge Interessantes gibt’s auch in einem über 300 Jahre alten Unternehmen, der Porzellanmanufaktur Meissen, die Jahr für Jahr mit neuen Geschirrteilen und Dekoren überrascht. Katrin Koch war für Sie da.
Um Sie auf alle Themen dieses apéro hinzuweisen, fehlt hier der Platz, aber eines will ich Ihnen sehr ans Herz legen: das Engagement und die Euphorie, mit der Sternekoch Joachim Kaiser gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern von Mittelschulen im »Kinderrestaurant« ein Menü zubereitet, zu dem die Akteure ihre Eltern einladen dürfen. Die Lehrer staunen, die Kids strahlen vor Begeisterung, und für einige entscheidet dieser Tag möglicherweise über ihren Berufsweg. Ein ausgezeichnetes Konzept für die Zukunft der Kinder!
Und wie sagte doch schon der deutsche Lyriker und Schriftsteller der Romantik Joseph von Eichendorff ganz richtig: »Wo ein Begeisterter steht, ist der Gipfel der Welt.«

Ihre

Mechthild Piepenbrock-Fischer